Steuerstrafrecht PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 28. Februar 2010 um 11:09 Uhr

Die Selbstanzeige im Steuerstrafrecht wird derzeit durch Pressemeldungen populär. Sie scheint das Allheilmittel gegen die Folgen der Steuerhinterziehung, vorzugsweise bei im Ausland deponierten Geldern.


Dabei beseitigt die Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung nur einen Teil des Problems und kann bei unbedarfter Durchführung auch schädliche Auswirkungen haben. Vor Erstattung einer Selbstanzeige sollte folgendes bedacht werden:

– Die Selbstanzeige führt zur Straffreiheit, das betrifft – wie der Name sagt – die Strafe, nicht die Steuern;
– die hinterzogenen Steuern müssen dennoch gezahlt werden, diese Zahlungspflicht wird durch die Selbstanzeige nicht beseitigt.;
– die früher nicht gezahlten Steuer müssen in der vom Finanzamt gesetzten Frist nachgezahlt werden, nicht immer sind die dafür erforderlichen Mittel liquide verfügbar;
– es empfiehlt sich, die Höhe der entstandenen Steuer vor der Selbstanzeige zu ermitteln, denn das Guthaben aus Auslandskonten ist nicht gleichzusetzen mit der Steuerlast;
– die eigene Vorstellung, Steuern hinterzogen zu haben deckt sich nicht immer mit der Rechtslage.

Schließlich ist zu klären, für welche Jahre schon die Verjährung eingetreten ist, so dass eine Selbstanzeige mehr schaden als nutzen würde. Denn verjährte Zeiträume werden nicht verfolgt, werden aber bei der Strafzumessung (der noch nicht verjährten Jahre) berücksichtigt. Ein Schaden, der vermieden werden kann.

Wer also bereit ist, sich durch eine Selbstanzeige zu stellen und seiner Steuerpflicht nachzukommen, ist gut beraten, vorab einen Rechtsanwalt zu konsultieren: damit die Folgen einer solchen Anzeige erkennbar und planbar werden. Eine Beratung im Einzelfall bieten wir Ihnen nach telefonischer Terminvereinbarung.

Dojo Pietsch
Rechtsanwältin

 

 
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